Umfragen - Problematik der Fragebogengestaltung
Bei der Fragebogengestaltung kann es immer wieder Schwierigkeiten geben, die eine effektive Erstellung eines Fragebogens verhindern. Diese Schwierigkeiten lassen sich in vier Kategorien untergliedern und werden im folgenden kurz besprochen.
1. Äußerer Umstände. Dies können uninteressante oder unangenehme Befragungsthemen sein, Überlängen, Zeitmangel, störende Umstände.0 Aber auch eine Aversion der potentiellen Befragten gegenüber dem Interviewer, gegenüber telefonischen Auskünften oder schriftlichen Ausfüllen, etc. können eine Barriere darstellen.
2. Menschliche Unzulänglichkeiten. Der Erfolg einer Umfrage hängt maßgeblich vom Befragten ab. Mangelndes Verständnisvermögen, Erinnerungsvermögen. Vorstellungsvermögen, Urteilsvermögen. Konzentrationsvermögen und Verbalisierungsvermögen sind Risiken für eine erfolgreiche Umfrage.
3. Der menschliche Drang zu Selbstachtung und Selbstdarstellung. Dieser Drang führt zu einem maßlosen Über- bzw. Untertreiben des Befragten. Außerdem zu Verdrängen, Ausweichen, Lügen, Anpassen, etc. Von diesen psychologischen Aspekten ist kein Mensch gefeit. Dieser Punkt bietet also jede Menge Risiko.
4. Beantwortungs-Taktik. Unter diesem Begriff versteht man eine Taktik des Befragten unter Berücksichtigung bestimmter Gesichtspunkte auf die Fragen des Interviewers zu antworten. Möglichkeiten sind aus vorausgegangenen Fragen zu lernen, Wertvorstellungen herauszuhören bzw. -lesen, sich um Widerspruchsfreiheit mit vorausgegangenen Antworten zu bemühen, unter dem Gesichtspunkt der sozialen Erwünschtheit zu antworten, zu antworten wie der Interviewer es vermeintlich erwartet, abzubrechen, wenn die gegebene Antwort als ausreichend angesehen wird, die erstbeste Antwortvorlage zu wählen oder die Skalenwerte zu wählen, die im Mittelfeld liegen.
Siehe auch folgende Seiten: Fragebogen, Fragetaktik