Gesamtstruktur der Befragung

In diesem Abschnitt geht es um die Frage: “Wie strukturiere ich die Befragung überhaupt?” Dazu lässt sich die Fragebogenkonzeption in sechs Teile untergliedern, in denen unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden müssen. Diese Theorie wurde schon in vielen Lehrbüchern zur Marktforschung aufgegriffen; u.a. von Werner Pepels, “Lexikon der Marktforschung”, 1997, dtv, sowie von Marius Dannenberg, Sascha Barthel, “Effiziente Marktforschung”, 2004, Readline Wirtschaft.

Entscheidung der Frageinhalte

Die Grundlage jeder Befragung ist mit Sicherheit der Inhalt. Vier grobe Fragekomplexe können dabei unterteilt werden, wobei die Reihenfolge unverrückbar ist.

1. Kontaktfragen

2. Sachfragen

3. Kontrollfragen

4. Fragen zur Person

Entscheidung über Frageformate

Als zweiter Schritt muss die Frage des Standardisierungsgrad des Fragebogens beantwortet werden, sowie Entscheidungen über das Frageformat. Notwendig ist die Standardisierung, damit die Ergebnisse vergleichbar gemacht werden können. Zum Beispiel bietet es sich bei Experteninterviews nicht an, eine hohe Standardisierung zu wählen und dem Interviewer nicht genug Freiraum zu lassen, da Experten meist über mehr relevantes Wissen verfügen, als in einer standardisierten Form abgefragt werden kann. Bei Umfragen mit einer hohen Anzahl von Befragungspersonen muss der Fragebogen dahingegen stark standardisiert sein, da ein solches Unterfangen andernfalls gar nicht durchführbar wäre.

Entscheidung über Frageformulierung

Bei Formulierung ist wichtig zu beachten, dass sie klar verständlich ist. Eindeutige und unmissverständliche Formulierung ist hierbei das A und O. Am besten erzielt man dies, indem man vorher an einem kleinen Teil der Grundgesamtheit Pretests durchführt, um die Fragen vor der eigentlichen Umfrage zu testen. Bei missverständlichen Fragen kann hier noch an der letztendlichen Formulierung gedreht werden.

Entscheidung über Fragenreihenfolge

Die Reihenfolge sollte nicht als unbedeutsam abgetan werden. Mit der richtigen Abfolge der Fragen kann ein Spannungsbogen erzeugt werden, der zur Motivation der Befragungspersonen beträgt.

Entscheidung über äußere Gestaltung des Fragebogens

Gerade bei schriftlichen Befragungen oder Online-Umfragen von Bedeutung. Auch das Layout kann zur Motivation und Konzentration der Befragungsperson beitragen. Durch sehr gutes Layout werden qualitative und quantitative Verbesserungen im Ergebnis erwartet.

Pretes, Revision und endgültige Fertigstellung des Fragebogens

Vorabbefragungen oder Pretests sollen eventuellen Verbesserungsmaßnahmen dienen. Nachdem der Fragebogen konzipiert ist, muss sich die Frage gestellt werden, wann der Fragebogen vorgelegt werden soll. Ein Beispiel ist dazu ganz anschaulich: Patientenbefragungen beim Verlassen des Krankenhauses geben immer ein positives Bild, weil die an der Behandlung gestorbenen nicht befragt werden können.